CE-Konformitäts-bewertungsverfahren


ce-kennzeichen


Communauté Européenne

Das CE-Kennzeichen – Jeder kennt es von einer Vielzahl an Produkten, mit denen man täglich umgeht. Ob am Arbeitsplatz oder zu Hause im Kinder- oder Badezimmer, im Biergarten oder Hobbykeller – es klebt überall.

Nahezu alle Produkte, die in der europäischen Union auf den Markt kommen, müssen durch den Prozess der CE-Kennzeichnung und das CE-Zeichen tragen. Es steht dafür, dass der Hersteller des Produktes die gesetzlichen Forderungen erfüllt und das Produkt entsprechend dieser Forderungen hergestellt hat.

Was ist eine CE-Kennzeichnung?

Mit der CE-Kennzeichnung wird erklärt,

dass das Produkt den geltenden Anforderungen

genügt, die in den Harmonisierungsrechtsvorschriften der Europäischen Gemeinschaft über ihre Anbringung festgelegt sind. Das CE-Kennzeichen ist ein Verwaltungszeichen, welches dokumentiert, dass das Produkt den in der EU harmonisierten Vorschriften unterzogen wurde.

CE-Kennzeichnung und gesetzliche Anforderungen

Diese gesetzlichen Forderungen sind in Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft festgeschrieben worden. Jeder Mitgliedsstaat der EG ist nun aufgefordert, diese Richtlinien nach Inkrafttreten in die nationale Gesetzgebung zu übernehmen. In Deutschland ist dies u.a. mit dem Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) umgesetzt worden. Viele Richtlinien sind in Verordnungen zum Gesetz formuliert.


Für wen ist CE relevant?

Ist das CE-Kennzeichen für Sie relevant?

 Um Produkte in der EU anbieten zu können, benötigt der Hersteller oder Importeur ein CE-Kennzeichen auf dem Produkt. Dieses dient als Nachweis, dass das Produkt den geltenden Anforderungen genügt und alle auf das Produkt anwendbaren EU-Richtlinien berücksichtigt wurden. Der Hersteller muss die CE-Richtlinien anwenden, wenn er ein Produkt „in den Verkehr bringen will“, das in den Anwendungsbereich einer CE-Richtlinie fällt. Importeure können Herstellerpflichten haben, wenn z. B. ein ursprüngliches Produkt so verändert wird, dass ein neues Konformitätsverfahren erforderlich ist.

CE-Kennzeichnung aus Unternehmersicht

Unternehmer, die Produkte mit einer CE-Kennzeichnung verändern, müssen prüfen, ob es sich um eine wesentliche Veränderung des Produktes handelt. Liegt diese vor, ist eine neue CE-Zertifizierung erforderlich.

CE-Kennzeichnung aus Anwendersicht

Für Anwender ist wichtig, dass die

CE-Kennzeichnung als bloße Selbsterklärung

des Herstellers kein Prüf- oder Gütesiegel darstellt.

Wird ein Produkt als unsicher identifiziert, wird es

in die RAPEX-Liste aufgenommen.


Zertifizierungsverfahren nach Maschinenrichtlinie

Das Zertifizierungsverfahren zur Erlangung des CE-Kennzeichens ist aufwendig und läuft nach klar

definierten Arbeitsfolgen ab. Eine CE-Zertifizierung kann nicht nur bei Einzelmaschinen, sondern auch bei der

Herstellung einer Gesamtheit oder beim Umbau von Maschinen notwendig sein. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen

einer vollständigen und einer unvollständigen Maschine. Eine vollständige Maschine ist auf ihre bestimmungsgemäße Verwendung bezogen voll funktionsfähig, wenn sie nur noch mit einer Energieversorgung verbunden werden muss. Eine unvollständige Maschine ist das nicht und wird daher mit einer Einbauerklärung ausgeliefert.  

ATEX

Für Produkte, die in einem explosionsgefährdeten Bereich eingesetzt werden, gilt die ATEX-Richtlinie.

Auch Unternehmen, die beispielsweise Maschinen für diese Umgebung herstellen, müssen die ATEX-Richtlinie beachten.

Welches Zertifizierungsverfahren zur Anwendung kommt, ist abhängig von den Gerätetypen. 

Diese sind in Gruppen und Kategorien aufgeteilt. Je nach Gerätetyp ist es verpflichtend, neutrale,

fachlich kompetente Prüfstellen – sogenannte benannte Stellen – hinzuzuziehen.

EMV

Im Zertifizierungsverfahren nach EMV Richtlinie wird die Fähigkeit einer Maschine oder einer Anlage geprüft, in einem elektromagnetischen Umfeld zufriedenstellend zu arbeiten, ohne dabei selbst elektromagnetische Störungen zu verursachen. Diese Richtlinie dient dem Schutz der Arbeitnehmer vor elektromagnetischen Feldern.

Während des Prozesses zur Konformitätsbewertung wird geprüft, ob die Anforderungen der Richtlinie erfüllt und die entsprechenden harmonisierten Normen richtig angewandt wurden. Bei erfolgreicher Prüfung unterzeichnet der Hersteller die EU-Konformitätserklärung und bringt das CE-Kennzeichen an.

Niederspannungsrichtlinie

Seit April 2016 gilt die aktuelle Niederspannungsrichtlinie. Diese enthält unter anderem Neuregelungen

wie die Risikobeurteilung und genauere Vorgaben an Hersteller und Händler. Entsprechend müssen die Konformitätserklärungen darauf angepasst sein. Unter diese Richtlinie fallen alle elektrischen Betriebsmittel

innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen. Um eine CE-Kennzeichnung zu erhalten, müssen die Produkte

ein Konformitätsbewertungsverfahren bestehen. Dies kann man bereits durch den Prozess der

internen Fertigungskontrolle erreichen.

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